Marokko 5

„Ein Baum dessen Wurzeln in Afrika liegen und der seine Zweige nach Europa rüberwachsen lässt.“ So hat einst König Hassan der Zweite das Land Marokko beschrieben. Und diese
Beschreibung passt sehr gut.

Marokko ist ein buntes, vielfältiges Land. Und das erlebt man nicht nur an der farbigen Kleidung, die hier überall getragen wird. Ein Bericht von unserer
Charivari-Reporterin Eva Mayr. Sie war mit 9 Hörern vor Ort mit dabei. Und das sind ihre drei Highlights der Reise:

Unsere Reise beginnt in Marrakesch, einer der vier Königsstädte. Und das ist auch schon das erste Highlight. Auf dem Djemna el Fna (schwer auszusprechen) dem sog. Gaucklerplatz
kommen wir mit dem Schauen nicht mehr hinterher. Wasserträger, Obsthändler, Henna-Malerinnen und Schlangenbeschwörer, die mit Flöten Schlangen zum Tanzen bringen. Hier
geht’s zu! Da ist das Oktoberfest fast schon ruhig dagegen. Die restlichen Tage in Marrakesch sind sehr besonders. Vor allem die vielen orientalischen Riads sind eine Augenweide. Riads
sind Häuser mit Innenhof und wirken oft wie kleine Paläste. Was von außen unscheinbar und fast herunterkommen aussieht, entpuppt sich im Inneren als Wohlfühl-Oase mit Brunnen,
handgefertigten Mosaiken und bunt-geschnitzte Zimmerdecken aus Zedernholz. Begleitet vom betörenden Duft der Pomeranzenbäume entsteht hier eine magische Stimmung. Die
Früchte sehen aus wie Orangen, schmecken allerdings etwas zitroniger. Sehr fein!

Highlight Nr. Zwei: Die Souks von Fés

Das zweite Highlight, die Souks von der Königstadt Fés, darf man sich nicht entgehen lassen. Die Souks, sind marokkanische Einkaufsviertel. Nicht zu verwechseln mit europäischen
Einkaufsstraßen, denn in Souks ist es durchaus ratsam mal den Bauch oder Kopf einzuziehen. In labyrinthartigen, engen Gassen gibt es kleine Nischen mit Gerbereien, Webereien, Silber-
und Goldschmieden und neben den Keramikkünstlern viele Handwerker, denen man direkt bei der Arbeit zusehen kann. Neben den Touristen gehen auch die Einheimischen dort
einkaufen. Das macht es sehr besonders aber auch alltäglich. Autos haben hier keine Chance und vollbepackte Esel und Maultiere bringen die Waren von A nach B. Ab und zu quetscht
sich auch ein Moped durch die engen Gassen. Die Souks von Marrakesch und Fés sind ein „Muss“. Einkaufen ist aber in Marrakesch angenehmer, da die Verkäufer nicht so
aufdringlich sind und auch einfach mal Spaß am Handeln und an einer Unterhaltung haben. Handwerklich gesehen kann man in Fés mehr beobachten und erleben.

Mein 3. Favorit: Eine Nacht in der Wüste

Mein absoluter Favorit der Reise ist die Nacht in der Westsahara. Auf Dromedaren reiten wir zum Sonnenuntergang in die Dünen. Wo man hinsieht, Sand, Sand und noch mehr Sand.
Wir fühlen uns wie Kinder, die das erste Mal das Meer sehen. Begrüßt werden wir von einer Gruppe Tuareg, die auf unterschiedlichen Blechinstrumenten spielen und mit Gesängen uns
in Stimmung bringen – sprich zum Tanzen bewegen. Wir übernachten in einem Wüstencamp in Zelten. Wobei man das nicht mit normalen Zelten aus dem Italienurlaub
vergleichen kann. Mit Bad, Dusche und Internetverbindung können wir vom Bett aus direkt in die Sanddünen blicken. Ein Traum!

Und hier noch mein Marokko-Reise-Tipp: Haltet Kleingeld (Münzen) bereit, denn das braucht man in Marokko oft. Sei es um ein Foto auf dem Gaucklerplatz zu machen oder um
nur mal kurz auf die Toilette zu gehen.