
Aschau im Chiemgau/Traunstein. Der Prozess im Fall Hannah aus Aschau am Landgericht Traunstein hat die Öffentlichkeit tief bewegt. Die Ermittlungen und Zeugenaussagen werfen Licht auf die Geschehnisse in der verhängnisvollen Nacht. Hier ist eine Chronologie des Abends und entscheidende Zeugenaussagen:
Jürgen Meier von der Kripo Rosenheim schildert vor dem Landgericht Traunstein die letzten Stunden von Hannah:
- 23:15 Uhr: Hannah trifft sich bei einer Freundin zum Vorglühen. Sie sind Teil einer engen Freundesgruppe. Die Gruppe betritt den Eiskeller. Videos und Aussagen von Freunden beschreiben den Abend als "harmonisch".
- 02:19 Uhr: Hannah geht zur Garderobe, um ihre Jacke zu holen.
- 02:21 Uhr: Hannah steht vor dem Eiskeller. Sie plante, mit einem Nachbarn nach Hause zu gehen. Er ging zurück in den Eiskeller, um seine Freundin zu fragen. Als der Nachbar herauskommt, hat Hannah den Eiskeller bereits alleine verlassen.
- 02:26 Uhr: Hannah geht alleine in östlicher Richtung nach Hause. Der mutmaßliche Tatort befindet sich in der Nähe der Kampenwandbahn. Dies wird angenommen, da in unmittelbarer Nähe Hannahs Ring und etwas weiter entfernt der Gürtel ihrer Lederjacke gefunden wurden. Ihre Handtasche wurde in der Prien gefunden, ihr Handy erst im Mai 2023. Aufgrund von GPS-Daten konnte ihr Heimweg nachgewiesen werden.
- Um etwa 02:32 Uhr versuchte Hannah, das elterliche Zuhause anzurufen, jedoch konnte der Anruf nicht durchgehen, da kein Netz vorhanden war.
- Ein Ehepaar, das in der Nähe in einem Apartment wohnte, gab an, dass die Frau gegen 02:30 Uhr einen Schrei gehört habe, der sich anhörte, als würde jemanden an den Haaren zu Boden reißen.
Entscheidende Zeugenaussagen:
- Drei voneinander unabhängige Zeugen berichteten von einem Jogger in der Nähe des Tatorts. Dieser Jogger trug eine Stirnlampe, eine kurze schwarze Hose und eine schwarze Jacke.
- Nach mehreren Zeugenaufrufen meldete sich die Mutter des Angeklagten bei der Polizei und gab an, dass ihr Sohn der Jogger gewesen sei. Er konnte nicht schlafen und ging joggen.
Update 11.50 Uhr:
Am morgigen Verhandlungstag werden Videos von Hannah angeschaut, die Einblicke in ihren Abend im Eiskeller geben. Laut Aussagen von Freunden und den aufgezeichneten Videos handelte es sich um einen "harmonischen Eiskellerabend". Der erste Tag des Prozesses wurde heute am Mittag beendet.
Update 11.20 Uhr:
Jürgen Meier von der Kripo Rosenheim gibt vor Gericht Einblicke in den Verlauf der Ermittlungen. Der Angeklagte hat laut seinem Verteidiger angekündigt, keine Aussage zu machen, behält sich jedoch dieses Recht vor. Im Rahmen der Ermittlungen wurden insgesamt 1173 Personen vernommen. Laut den Ermittlern war das Opfer bei der Bergung nicht direkt identifizierbar. Das Opfer konnte nur anhand der getragenen Halskette und Fotos aus dem Eiskeller identifiziert werden.
Update 10.15 Uhr:
Zum Prozessauftakt wurde die Anklageschrift verlesen. Der Gerichtssaal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Eltern von Hannah sind zum Prozessauftakt erschienen. Vom Angeklagten nehmen seine Eltern und eine Schwester an der Gerichtsverhandlung teil.
Erstmeldung:
Nach dem Mord an der damals 23-jährigen Hanna aus Aschau beginnt heute am Landgericht Traunstein der Prozess. Angeklagt ist ein 21-jähriger, der ebenfalls aus Aschau stammt. Er wird verdächtigt, die Medizinstudentin nach einem Besuch im Aschauer Eiskeller in der Nacht auf den 3. Oktober letzten Jahres aus sexuell motivierten Gründen angegriffen und getötet zu haben.
Der Tatverdächtige soll zur Tatzeit als Jogger in der Gemeinde Aschau unterwegs gewesen sein. Zu den Vorwürfen schweigt der Tatverdächtige bisher. Für den Prozess sind bisher 27 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird kurz vor Weihnachten erwartet.